Hintergründe
Das Baskenland
Die sieben baskischen Regionen umfassen rund 20.000 qkm. Araba (Álava), Bizkaia (Vizcaya), Gipuzkoa (Guipúzcoa) und Nafarroa (Navarra) gehören politisch und administrativ zu Spanien. Die französischen Teile des Baskenlandes – Lapurdi (Labourd), Zuberoa (Soule) und Behenafarroa (Basse-Navarre) – werden zusammenfassend Iparralde genannt. Araba, Bizkaia und Gipuzkoa sind seit 1978 zu einer politischen Einheit zusammengefasst, der Autonomen Gemeinschaft des Baskenlandes (CAV- Comunidad Autónoma Vasca). Die Gesamtheit der historischen Gebiete des Baskenlandes wird als Euskal Herria bezeichnet.
Selbst der Teufel scheiterte an den Verbalformen
Eine kurze Geschichte des Baskischen
Die baskische Sprache, das Euskara, gilt als komplex und schwer zu erlernen und wartet neben den kniffligen Verbalformen mit fast 20 Fällen auf. Sie ist die älteste und einzige überlebende vor-indoeuropäische Sprache Europas und hat keinerlei Verwandtschaft mit dem Spanischen oder einer anderen europäischen Sprache. Dabei sind in ganz Europa Namen von Orten, Bergen, Tälern und Flüssen baskischen Ursprungs.
Stationen baskischer Literaturgeschichte
Das erste Buch auf Euskara, Linguae Vasconum Primitae von Bernat D‘Etxepare, erschien 1545. Es enthält volkstümliche Gedichte, einen Lobgesang auf die baskische Sprache, die einen ebenbürtigen Platz unter allen anderen verdiene, sowie die Beschreibung eines Gefängnisaufenthalts des Autors. Bis 1879 wurden in der Folge ganze 101 Bücher veröffentlicht. Zu nennen sind die Übersetzung des Neuen Testaments 1571 und calvinistische Schriften von J. de Leizarraga sowie Gero von Pedro de Axular, das als Juwel asketischen Schrifttums gilt.
Bewegtes Baskenland
Der baskische Nationalismus bezieht sich auf eine lange Tradition des Widerstands gegen Okkupation und Zentralismus, beginnend bei den Auseinandersetzungen mit Römern, Westgoten, Franken und Arabern, die vergeblich versuchten, auch das Baskenland zu besetzen. Nicht zuletzt bot ihnen die Unzugänglichkeit der Berge Einhalt.
»Literatur ermöglicht eine andere Wahrnehmung der Realität«
Interview mit Hasier Etxeberria
Über die Situation der baskischen Literatur heute und das Verhältnis zwischen Literatur und politischem Konflikt im Baskenland