Euskal Herria - Das Baskenland
Die sieben baskischen Regionen umfassen rund 20.000 qkm. Araba (Álava), Bizkaia (Vizcaya), Gipuzkoa (Guipúzcoa) und Nafarroa (Navarra) gehören politisch und administrativ zu Spanien. Die französischen Teile des Baskenlandes – Lapurdi (Labourd), Zuberoa (Soule) und Behenafarroa (Basse-Navarre) – werden zusammenfassend Iparralde genannt. Araba, Bizkaia und Gipuzkoa sind seit 1978 zu einer politischen Einheit zusammengefasst, der Autonomen Gemeinschaft des Baskenlandes (CAV- Comunidad Autónoma Vasca). Die Gesamtheit der historischen Gebiete des Baskenlandes wird als Euskal Herria bezeichnet.

Nafarroa, das eigentliche Kernland des Baskenlandes, verfügt zwar seit 1982 über eine begrenzte Autonomie, gehört aber nicht zur CAV. Auch die baskische Sprache ist in Nafarroa weitaus weniger etabliert. Ende der 1970er Jahre hatte König Juan Carlos Nafarroa ein Referendum über die Zugehörigkeit zur CAV in Aussicht gestellt. Dieses Referendum wurde jedoch nie durchgeführt. Die Frage der Zugehörigkeit Nafarroas zur CAV ist nach wie vor zentraler Punkt im Forderungskatalog sowohl der baskischen Regierungspartei PNV (Partido Nacionalista Vasco – Baskisch Nationalistische Partei) als auch der Unabhängigkeitsbewegung.
Zwischen dem spanischen Zentralstaat und der CAV herrscht ein Dauerkonflikt. Gründe dafür liegen in der Weigerung, 39 zentrale Kompetenzen – wie 1978 festgelegt – an die CAV zu übertragen. Diese betreffen u.A. das Justizwesen, wichtige Verwaltungsbereiche, Steuer- und Sozialversicherungsfragen sowie die Hoheitsrechte über Fischfang und die baskische Küste. Während der großen Ölpest 2002 erschwerten denn auch verwaltungsrechtliche Fragen Schutz und Reinigung der betroffenen Küstengebiete.
Der Wunsch nach Unabhängigkeit vom Spanischen Staat wird nicht nur im Baskenland, sondern auch von gesellschaftlichen Kräften in Katalonien, Andalusien und Galizien formuliert.