Die Bände

Cover des Romans Mutters Hände
Karmele Jaio

Mutters Hände


Mit zusammengebissenen Zähnen hockt ein kleines Mädchen in einem aus Sand gebautem Schiff am Strand und blickt geradewegs dem Meer entgegen. Sie weiß, dass ihre Barkasse früher oder später ein Opfer der Flut werden wird. Aber die Kleine ist bereit, sie zu verteidigen.

Es ist ein Foto aus ihrer Kindheit, das Nerea betrachtet, während sie im Krankenhaus am Bett ihrer Mutter, Luisa Izagirre, sitzt. Diese wurde verwirrt auf der Straße aufgefunden und liegt seitdem, gewissermaßen in eine andere Welt versunken, zwischen den weißen Krankenhauslaken. Weder erkennt sie ihre Kinder noch erinnert sie sich an ihren eigenen Namen.

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Cover des Romans Pasaia Blues
Harkaitz Cano

Pasaia Blues


Cesar Telleria ist Fahnder, aber vor allem Physiognomiker. Jemand, der Gesuchte in anonymen Menschenmengen aufgrund ihrer Gesichtszüge und ihrer Körpermerkmale erkennt, verfolgt und ausliefert. Er wird in den baskischen Hafenort Pasaia geschickt, um ein ETA-Kommando aufzuspüren, das die Polizei mit üblichen Methoden nicht zu fassen bekommt.

Die heruntergekommene Industrielandschaft der 90er Jahre rund um den grössten Schrotthafen Europas ist Schauplatz des tödlichen Spiels zwischen der Polizei und den Mitgliedern des Kommandos, aber auch die Umgebung von Boxern, Diamanträubern und illegalen Hundekämpfen.

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Cover des Romans Rock'n'Roll
Aingeru Epaltza

Rock'n'Roll


Rock‘n‘Roll: Ein ungewöhnlicher Titel für einen Roman, in dem kein einziger Musiker auftritt. Stattdessen begegnen wir Edu, einem reichlich alkoholisierten Journalisten, von seiner Frau vor Kurzem vor die Tür gesetzt und in seiner Zeitungsredaktion das ewige Mädchen-für-Alles. Und Edus alten Schulfreunden: Rachen, heute gutbürgerlich etabliert und Besitzer einer Waschsalonkette, der Kurze, der sich mit dem Sammeln von Informationen beschäftigt, über den selbst aber niemand etwas weiß, und Charly, der seine Tage weiter mit Joints, Frauen und Motorrädern verbringt. Das alte Lou-Reed-Stück »Rock’n’roll« ist für alle ein Symbol – für die Rebellion ihrer Jugend und die Solidarität, die sie auch heute noch verbindet ... Das ist zumindest, was Edu glaubt.

Rock‘n‘Roll: Zwei Wochen im August 1999 in Pamplona, auch wenn der Name der Stadt nicht fällt: das Verschwinden der Leiche einer alten Frau, ein abgeschnittener Finger, die Recherchen eines frustrierten Journalisten, viele Verdächtige, doch kein Licht im Dunkel - bis einer der Freunde ermordet wird ...

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Cover des Romans Domingos letzte Wette
Anjel Lertxundi

Domingos letzte Wette


Als Martzelina ins Dorf kommt, schlagen ihr Häme und Misstrauen entgegen. Man hält die junge Frau für »leicht zu haben«, weshalb sie von den Frauen gemieden und von den Männern bedrängt wird. Schließlich heiratet sie Domingo, der lieblos und grob ist, und verliert unter seinen Schlägen das gemeinsame Kind. Immer öfter riskiert Domingo sein Leben bei waghalsigen Mut- und Härteproben – bis eines Nachts eine Wette eskaliert ...

Anjel Lertxundi ließ sich von einer wahren Begebenheit zu dieser Geschichte inspirieren. Er bricht mit dem Klischee dörflicher Idylle und beschreibt mit beklemmender Intensität ein Milieu, das Grausamkeit billigt, fordert und gedeihen lässt. Zeugen und Akteure bringen die verhängnisvollen Verstrickungen ans Licht, aus ihren Erinnerungen fügt sich nach und nach die Geschichte zusammen. Der Kurzroman gilt als ein Klassiker baskischer Literatur und brachte es 1985 als eine der ersten baskischen Literaturverfilmungen auf die Leinwand.

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Cover des Romans Das rote Heft
Arantxa Urretabizkaia

Das rote Heft


Das »rote Heft« ist das Notizbuch, in das eine Mutter einen langen Brief an ihre Kinder schreibt. Anfang der 1980er Jahre musste sie aus dem spanischen ins französische Baskenland fliehen und lebt seitdem in der Illegalität. Ihr Mann und ihre Kinder, damals drei und fünf Jahre alt, blieben zurück. Unter schwierigen Bedingungen, regelmäßig aber selten, besuchte sie ihre Familie. Doch eines Tages waren Mann und Kinder spurlos verschwunden.

Sieben Jahre später erhält die Frau die Nachricht, ihre Familie lebe mit neuer Identität in Venezuela. Sie beauftragt Laura Garate, eine befreundete junge Anwältin, die Kinder aufzuspüren und ihnen das rote Heft zu geben, in das sie ihre Geschichte geschrieben hat – wie sie den Vater kennen lernte, wie die Kinder geboren wurden, über die gemeinsamen Jahre bis hin zu ihrer dramatischen Flucht. Sie erzählt von der Zeit nach Francos Tod, reflektiert die Motive ihres politischen Engagements, beschreibt Aufbruchstimmung und Repression, die Erfahrung der Schwangerschaft, die Liebe und das Auseinanderdriften des Paares.

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Cover des Romans Lärm der Grillen
Edorta Jimenez

Der Lärm der Grillen


Während des Spanischen Bürgerkriegs arbeitete Uriarte als Agent der baskischen Regierung in Mundaka, einem kleinen Ort in der Provinz Bizkaia. Zur Zeit der Handlung in den 1990er Jahren lebt er zurückgezogen im französischen Baskenland.

Eines Tages erhält er Besuch von einem jüngeren Mann, der es versteht, mit Andeutungen das Interesse Uriartes zu wecken. Einerseits befürchtet Uriarte, sein Gast sei ein Spitzel der Polizei, andererseits drängt es ihn, endlich seine Geschichte – seine »Wahrheit« – zu erzählen. Aus anfänglicher Vorsicht und Skepsis erwächst nach und nach ein vertrauensvolles Band. In gemeinsamen Gesprächen erinnert sich Uriarte an längst Verdrängtes aus jener Zeit, als die franquistischen Truppen immer weiter vorrückten und Gernika vernichtet wurde. Er bricht schließlich mit dem Tabu, an den alten Wunden zu rühren.

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